Nachhaltigkeit kann Risiken in der Geldanlage eindämmen

Es wäre falsch zu behaupten, dass nachhaltige Geldanlagen sicherer sind als herkömmliche. Richtig ist: Nachhaltigkeit kann Risiken dämmen, sowohl bei Aktien, Unternehmensanleihen als auch bei Staatsanleihen. Einige Beispiele

- Viele Nachhaltigkeitsbanken hatten lange vor der Schuldenkrise auf Staatsanleihen aus Griechenland und anderen Mittelmeerstaaten verzichtet, u.a. wegen der hohen Verschuldungsrate und der weit verbreiteten Korruption.

- Die Bank Sarasin untersuchte 2012 das Risiko nachhaltiger Unternehmensanleihen. Eine einfache Vergleichsberechnung der Bank kam zum Schluss, dass die Risiken von nachhaltigen Unternehmen während der Finanzkrise deutlich niedriger bewertet wurden. 

- Weniger Risiko im Depot: Im Juni 2012 wies die Tetralog Systems AG gemeinsam mit dem Good Growth Institut nach, dass das Beachten nachhaltiger Kritierien die Risiken der Anleger strukturell stark senken kann. 

 

Risiken nachhaltiger Geldanlagen

Grundsätzlich unterscheiden sich die Risiken nachhaltiger Geldanlagen nicht von denen konventioneller Investments (außer dass sehr riskante Anlageformen wie z.B. Hedgefonds meist nicht in nachhaltiger Form zu finden sind). Worauf Sie dennoch achten sollten: 

- Technikfonds, in denen z.B. Unternehmen der Umwelttechnik enthalten sind, weisen meist höhere Schwankungen auf als z.B. Mischfonds, da sie häufig in kleinere Unternehmen und junge Technologien investieren.  

- Bei Fonds, die in eine einzige Branche investieren, z.B. in Solarunternehmen, besteht ein „Klumpenrisiko:“ Wenn diese Branche in eine Krise schlittert, kann der Kursverlust nicht durch Kursanstiege  in anderen Branchen ausgeglichen werden. - Sehr strenge Auswahlkriterien können dazu führen, dass der Pool an investierbaren Unternehmen oder Staaten stark schrumpft. Wenn Sie z.B. in Ihrer Geldanlage Staaten vermeiden wollen, welche die Todesstrafe praktizieren, fallen sowohl China als auch die USA als Anlageziele aus.  

- Streng nachhaltige Fonds legen oft in kleine und mittelgroße Unternehmen an, weil diese Nachhaltigkeit konsequenter umsetzen können als große Unternehmen. Die „Small and Mid Caps“ sind jedoch von Krisen besonders betroffen und erleiden stärkere Kursschwankungen als Großkonzerne. In guten Zeiten wachsen sie aber auch überdurchschnittlich. 

- Geschlossene Fonds im Bereich der Solarenergie: Fonds in diesem Sektor sind stark abhängig von politischen Rahmenbedingungen. Und: Nicht alle Unternehmen, die erneuerbare Energien fördern, arbeiten sozial und ökologisch vorbildlich. Die Finanzjournalistin Susanne Bergius bringt es auf den Punkt: „Nur weil da erneuerbare Energien drin stecken ist es noch längst kein nachhaltiger Fonds.“