Ökofaire Versicherungen

Eine Frau gründet die erste ökofaire Versicherung in Deutschland. Wie macht sie das?  

Im Gespräch mit Dr. Marie-Luise Meinhold, ver.de für nachhaltige Entwicklung e.G. 

 

Wie kommt man denn auf die Idee, einfach mal eine nachhaltige Versicherung zu gründen? 

Eine muss es ja machen :-)

Spaß beiseite, das war ein längerer Weg. Angefangen hat es mit politisch engagierten Lehrern, wachrüttelnden Journalisten, die gesellschaftliche und Umweltprobleme benannten und einem Studium der Naturwissenschaften. Das Studium hat mich die Zusammenhänge tiefer begreifen ließen und dazu geführt, dass ich nie an der Realität des Klimawandels gezweifelt habe. In mir ist der Wunsch entstanden, etwas zu tun, und zwar nicht privat, nicht im Ehrenamt, sondern beruflich, jeden Tag, jede Woche. Aber was? Im Labor irgendetwas untersuchen, was letztlich niemanden interessiert und in der Schublade versinkt? 1992 prägten die Vereinten Nationen bereits den Begriff der Nachhaltigen Entwicklung, der besagt, dass Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichermaßen zusammen gehören. So kam ich zu den Wirtschaftswissenschaften, da schien mir mehr Umsetzung möglich zu sein. Durch eine positive Erfahrung im Zusammenhang mit der Sanierung von Altlasten kam ich zur Versicherungsbranche. Eine Hausarbeit zum Thema „Wie können Versicherungen zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen?“ brachte den Durchbruch: das war es! Das will ich!

 

Und wie kommt man dann auch noch auf die verrückte Idee, genau das tatsächlich auch zu tun?

Zuerst habe ich es innerhalb der Branche versucht, ich war in Arbeitskreisen des GDV zum Thema Klimawandel und habe auch bei meinem Ex-Arbeitgeber viel angeschoben. Letztlich wurde ich aber „ausgebremst“, so habe ich das erlebt. Daraufhin habe ich meinen Ex-Arbeitgeber verlassen. In meinem Zeugnis steht sinngemäß, „sie erhofft sich mehr Erfolg für die Umsetzung ihrer Ideen außerhalb der Firma“. Mit dem neu gewonnenen Freiraum konnte ich dann die Gründung vorantreiben.

 

Was genau ist dabei das Besondere - dass Du dafür extra eine eigene Versicherung gründest?

Besonders ist, dass für nachhaltige Entwicklung ja stets Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichermaßen berücksichtigt werden wollen. In den 80er Jahren wurde das aber fast ausschließlich als Widerspruch gesehen. Tatsächlich finde ich es auch heute noch schwer, aus so tollen Ansätzen wie von „Mutter Theresa“ beispielsweise oder „Greenpeace“ ein Geschäftsmodell zu machen. Also an diese Aktivitäten eine wirtschaftliche Logik anzuhängen. Viel einfacher ist es doch, beim Geld anzufangen und dort systematisch auf ökologische und soziale Aspekte zu achten, die damit verbunden sind. Und da Versicherungen „Geldspeicher“ sind, sind sie ein machtvolles Instrument. Diese Erkenntnis ist so besonders, dass mir dafür „kein Weg zu weit“ ist :-) Auch habe ich noch kein machtvolleres Instrument gefunden.

 

Es war ja bestimmt nicht leicht…Was hat Dich immer wieder angetrieben, motiviert und voran gebracht?

Ich wollte immer arbeiten, und zwar in Vollzeit, bisher habe ich das auch fast durchgängig realisiert. Meine Mutter war mit ihrem „Hausfrauen-Status“, der damals sehr verbreitet war, nicht zufrieden. Seit meiner Schulzeit wollte ich nicht einfach nur arbeiten und Geld verdienen, ich wollte immer mit meiner Arbeit etwas bewegen. Das ist eine sehr luxuriöse Einstellung, ich weiß. Heute ist es ja sehr modern geworden, Sinn in seiner Arbeit zu suchen, wie das Heft „enorm“ und andere Medien ja immer wieder darlegen. Dieser Sinn, dieses große Potential, hat mich immer wieder angetrieben, motiviert und vorangebracht.

 

Was waren die größten Hürden, die Dir dabei begegnet sind?

Am Anfang war es das Ringen um die Zulassung: Der Prozess bei der BaFin hat mich alleine 1,5 Jahre gekostet, bis ich ein Schreiben in den Händen hielt, dass die Zulassungsfähigkeit des Geschäftsmodells bescheinigt. Es fehlte „nur noch“ das Kapital. Das hatte ich mir erheblich leichter vorgestellt, mit diesem Schreiben. Doch trotz des Schreibens und der Zulassung des Modells in Aussicht ist es schwer, Investoren zu finden. Für viele Investoren sind Versicherungen ein Buch mit sieben Siegeln, damit wollen sie sich nicht befassen. Wenn doch, dann fragen sie „Wo sind denn die Bilanzen der letzten drei Jahre?“, neudeutsch heißt das „Track Record“. Die haben wir nicht, weil wir keine Versicherung verkaufen dürfen ohne Zulassung. Heutzutage ist es einfacher geworden, weil „Fintechs“ und Insurtechs“, also Start-Ups im Finanzsektor, gerade hipp sind. Aber hier nimmt man uns und mir die digitale Komponente nicht ab. Versicherungen sind aber „schon immer“ digital. Insurech-Investoren suchen echte Programmierer. Unternehmerinnen, die einfach eine Standard-Software einkaufen und die Benutzeroberfläche konfigurieren, sind ihnen zu wenig.

Und schließlich, ja, das Frauen-Thema und das Nachhaltigkeits-Thema: Investoren investieren gerne in Gründer, und das sind doch fast immer Männer, oder nicht? Und Nachhaltigkeit, ist das nicht die „Lizenz, um Geld zu verlieren“? Dieser Idealismus, den ich habe, der mich antreibt und auf den ich stolz bin, im vollen Bewusstsein, dass ich mir den auch leisten kann, der kommt bei klassischen Investoren negativ an. Sie wollen lieber hören, dass die Gründer „sich aufs Geschäft konzentrieren“.

 

Was waren für Dich die größten Überraschungen?

Eine tolle Überraschung war, dass unser Ankerinvestor dennoch in uns investieren will. Ich hoffe, dass diese Absicht immer noch steht :-)

 

Was sind Deine persönlich größten Erfolge bis hierher?

Einige Versicherungsunternehmen, bei denen ich das Modell vorgestellt habe, haben zwar nicht investiert, sich aber dennoch bewegt. Offenbar habe ich sie aufgeschreckt, dass ich da was machen will, und sie haben das zum Anlass genommen, selbst mal was zu machen. Das sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge – ich freue mich, dass sich etwas rührt, wenn auch viel zu zaghaft für meinen Geschmack und nur am Rande. Andererseits bin ich traurig und fühle mich im Nachhinein „ausgehorcht“. Ich würde gerne wissen, wie vielen Start-ups auf der Suche nach Kapital es so geht, dass sie Teile ihrer Ideen und Ansätze bei potentiellen Ex-Investoren umgesetzt sehen.

 

Welche Art der Unterstützung kannst Du brauchen oder würdest Du Dir wünschen?

Sollte es nachhaltigkeitsorientierte Investoren geben, die nicht mehr immer nur in Kindergärten und Solaranlagen investieren wollen, die mit uns an der Wurzel des Kapitalismus was machen wollen, nämlich beim Kapital, bei Versicherungen als Kapitalsammelstellen, so würde ich mich über einen Kontakt sehr freuen.

 

Wie können wir von Geld mit Sinn e.V. Dich unterstützen? 

Wir haben gerade eine Crowdfunding-Kampagne, um Geld einzusammeln und um auf uns aufmerksam zu machen. Wenn ihr die streuen oder „teilen“ könntet, freue ich mich sehr.

Interview: Nicole Rupp, Geldbeziehung.de

 

Über das Crowdfunding-Projekt von ver.de: www.startnext.de/ver-de  

 

 

Die Schutzengel der Aktienkonzerne

Über Engagement-Manager und was sie mit Ihrem Öko-Fonds zu tun haben 

Seit einigen Jahren ist auch in Deutschland ein Trend zu beobachten, der den Einfluss von Öko-Fonds positiv verstärken könnte. "Engagement" wird ausgesprochen wie der englische Begriff für "Verlobung", hat aber ansonsten herzlich wenig mit Paarromantik zu tun hat. Vielmehr geht es bei Engagement-Prozessen um diplomatisches Geschick und Beratungskompetenz. Denn "Engagement Manager", so die Berufsbezeichnung, motivieren Aktienkonzerne dazu, mit sozialen und ökologischen Missständen in ihren Reihen aufzuräumen - oder diese gar nichts erst ausbrechen zu lassen. "Geld mit Sinn" sprach mit Stina Nilsson, die als Engagement Officer für GES Global Engagement Services arbeitet, einen internationalen Dienstleister mit Sitz in Schweden. Das haben wir über Engagement gelernt: 

Wer beauftragt Engagement-Aktivitäten?

Die Auftraggeber von GES Engagement Services sind Pensionsfonds und nicht zuletzt ethisch-ökologische Investmentfonds, die in die betreffenden Unternehmen investiert sind.

Wie funktioniert Engagement?

Engagement Officer investieren viel Energie und Geschick darin, Beziehungen zu den Konzernen aufzubauen, ein Prozess, der sich häufig über Jahre hinzieht. Die Kernarbeit ist jedoch „anlassbezogen“: Ein Unternehmen landet mit einem Umweltskandal in den Schlagzeilen oder zeigt die Symptome einer sozialen Krise, z.B. einen schweren Verstoß gegen Arbeits- und Menschenrechte. Sobald der Fonds oder Investor davon Wind bekommt, startet der Beratungsprozess mit den Engagement Managern. Gemeinsam mit den Unternehmen prüfen sie, welcher Weg sich am Besten für eine zügige Lösung der Krise eignet. 

Was ist der Fokus von Stina Nielssons Arbeit?

Stina Nielsson „engaged“ oder beeinflusst Unternehmen, die Rohstoffe fördern. Darüberh hinaus arbeitet sie mit Konzernen, die enge Verbindungen mit der kakaoproduzierenden Industrie in Südamerika und Afrika unterhalten. Von ihrem Büro in Sao Paolo aus kontaktiert sie ihre Ansprechpartner in den Konzernzentralen oder organisiert Besuche in den jeweiligen Förder- und Anbauregionen.

Was passiert, wenn ein Unternehmen offen gegen ökologische oder soziale Standards verstößt?

Zuerst prüfen die Engagement Manager, ob das Unternehmen offen für den Dialog ist. Falls ja, wird gemeinsam eine Lösung für die „Situation“ erarbeitet. So konnte Stinas Team einen Kakaoproduzenten dazu bewegen, ein Kontrollsystem einzurichten, mit dem das Management die Einstellungspraktiken seiner Produzenten überwachen kann. Ein kleiner Sieg. Einige Monate später werden die Enagement Manager überprüfen, ob dieses Kontrollsystem  wirklich seinen Dienst tut oder ob der Konzern nur vordergründig eine Verbesserung anstrebt.

Sind Engagement Manager ein Garant für nachhaltige Unternehmensführung?

Das sicherlich nicht, aber sie sprechen genau die Probleme an, die viele Sparern und Sparerinnen den internationalen Aktienkonzernen ankreiden. Im Notfall gehen Stina und ihre Kollegen mit ihren Vorschlägen bzw. Forderungen bis hinauf zur Vorstandsebene. Die meisten Konzerne kooperieren mit den Engagement Managern, nicht zuletzt weil sie einsehen, dass eine für alle Parteien sinnvolle Lösung auf Dauer profitabler ist als ein globaler Skandal, der Öffentlichkeit und Investoren vergrault. 

Immer mehr nachhaltige Fonds in Deutschland setzen auf die Wirkung von Engagement. Darüber berichtet auch die Finanzjournalistin Susanne Bergius in ihrem Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments (>> Ausgabe 4/2016). 

Dieser Artikel erschien in einer ähnlichen Fassung bei unserem Medienpartner eve Magazin

 

 

Für Kinder sparen - So wird's nachhaltig (9. Mai 2016)

© Piotr Lohunko, Stocksnap

Ein Webtalk mit Veronika Sepp, Fachberaterin für nachhaltige Investments 

Geldscheine, die liebevoll zu Tieren oder Puppenmöbeln gefaltet werden: Wenn Erwachsene Kindern Geld schenken, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Knifflig wird es, wenn die Eltern, Großeltern oder Paten langfristig denken. Zum 18. Geburtstag des Kindes soll ein schöner kleiner Spargroschen zusammenkommen. Dieser sollte außerdem sicher und nach ethisch-ökologischen Kriterien angelegt werden. Wie dieser Spagat mühelos gelingt, das erklärt uns Veronika Sepp, zweifache Mutter und Fachberaterin für ethisch-ökologische Investments. Ich habe Veronika als eine pragmatische und humorvolle Gesprächspartnerin erlebt und bin gespannt auf unseren Web Talk am 9. Mai. Viel Spass bei der Teilnahme und jede Menge gute Anregungen!

Birte Pampel 

>> Hier geht's zur Anmeldung 

 

 

Von Anfang an sinnvoll

Quelle: Fotolia_mango
© Mangostock / Fotolia

 Web Talk Reihe "Mein faires Finanzleben": Themen und Termine 

Geld in sinnvolle Richtungen lenken: Das können schon Berufseinsteiger - doch Bankberater klären sie bislang nur selten über nachhaltige Spar- und Vorsorgemöglichkeiten auf. In der Web Talk Reihe "Mein faires Finanzleben" zeigt die Initiative "Geld mit Sinn" deshalb, welche Finanzfragen Menschen in unterschiedlichen Lebensabschnitten bewegen und wie sie diese Entscheidungen ökologisch und sozial verträglich gestalten können. Die Web Talks werden ab dem Herbst 2015 veranstaltet und sind das wichtigste Bildungsprojekt, das die Mitglieder von "Geld mit Sinn" dieses Jahr umsetzen. Geplant sind informative und unterhaltsame Gespräche zwischen Anlegern, Fachleuten und prominenten Persönlichkeiten, die bei Finanzentscheidungen bewusst auf eine positive Wirkung für Mensch und Umwelt achten.

Ermöglicht wird die Web Talk Reihe mit einer Spende der Münchener Hypothekenbank, einer Bank, die 2014 den weltweit ersten nachhaltigen Hypothekenpfandbrief emitiert hat (ein Instrument zur Refinanzierung der Bank, das i.d.R. von anderen Banken oder institutionellen Investoren gekauft wird). Die Zuwendung wurde vor allem ermöglicht durch die Konsortialbanken Crédit Agricole, LBBW und WGZ BANK, die die Emission begleiteten. Sie beschlossen, im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens auf einen Teil ihrer Beratungsgebühren zu verzichten, damit diese einem sozialen Zweck zukommen können. 

„Der verantwortungsvolle und nachhaltige Umgang mit den eigenen Finanzen ist uns als langfristiger Immobilienfinanzierer ein wichtiges Anliegen. Das Projekt Web Talk ist ein überzeugender Ansatz, das Bewusstsein hierfür zu schärfen“, sagte Bernhard Heinlein, Mitglied des Vorstands der MünchenerHyp.

„In Deutschland wurden bisher 98% des privaten Sparvermögens investiert, ohne dass wir uns über die ökologischen und sozialen Folgen unseres Tuns Gedanken machen “, sagt Birte Pampel, Vorsitzende von Geld mit Sinn. „Die Niedrigzinsphase führt jedoch bei vielen Menschen zu einem Umdenken. Sie wünschen sich neue Perspektiven in der Geldanlage und wünschen sich dabei auch, dass ihr Geld etwas Sinnvolles in der Welt bewegt.“ Zu den Adressaten der Web Talk Reihe zählen Anleger und Anlegerinnen ab 18 Jahren, die sich für die Wirkung ihrer Geldanlage interessieren, von der Minimierung ökologischer und sozialer Folgeschäden bis zur aktiven Förderung positiver Entwicklungen. Für die Web Talk Reihe sind zunächst fünf 30-minütige Gespräche geplant, die von Mitgliedern des Vereins moderiert werden. 

Hier geht's zur Anmeldung in der Online-Akademie von "Geld mit Sinn" 

 

Saftherstellung sichert Lebensunterhalt von 3.600 Ananasbauern im Benin

Von der Frucht in die Dose: Abfüllanlage

Ein Ländermanager von Oikocredit auf Deutschlandtour: Weiterverarbeitung von Agrarprodukten schafft Mehrwert für die Menschen

Nicaise Tossou, Oikocredit Ländermanager, hatte zu seinem Vortrag in Regensburg Ananassaft aus Benin mitgebracht. Und die Besucher durften diesen kosten. „Sehr lecker, geschmacklich rund und nicht zu süß“, so wurde der Saft von den Hobbytestern beschrieben.

Bei uns kann man den Saft noch nicht kaufen. Die Firma Promo Fruits, die den Saft herstellt, vermarktet ihn derzeit nur in West- und Zentralafrika. Die Firma gehört IRA, einer Genossenschaft von Ananasbauern, die gegründet wurde, um den Zusammenbruch der Ananasbranche in Benin zu verhindern. In der Region Allada, einem der größten Anbaugebiete, gedeihen wohlschmeckende und große Ananasfrüchte in Hülle und Fülle. Aber gerade wegen ihrer Größe sind sie nicht für den Export geeignet. So war die Weiterverarbeitung zu Saft und Konzentrat die Lösung für die Ananasbauern.

Im Lager von PromoFruits

2009 wurde Promo Fruits gegründet, um auf dem Markt konkurrenzfähiger zu sein. Nicaise Tossou erzählte, dass der Saft zu Beginn mangels maschineller Ausstattung in Heineken Bierflaschen abgefüllt wurde. Als die Modernisierung anstand, stellten die lokalen Banken Promo Fruits keine Kredite zur Verfügung. „Sie hatten kein Vertrauen in die Fähigkeiten der Bauern“, so Tossou. 2014 bekam die Firma schließlich von der Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit ein Darlehen in Höhe von 600.000 € zum Kauf einer Abfüllanlage für Dosen und Tetrapacks. Dies ermöglicht noch mehr Bauern in der Region ihre Ananas zu einem fairen Preis an Promo Fruits zu verkaufen. Und ihren Familien ein stabiles und regelmäßiges Einkommen zu sichern.

Oikocredit finanziert mit dem Geld ihrer Anleger, davon 170 in Regensburg und Umgebung, weltweit etwa 180 Unternehmen in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung. Zudem vergibt die internationale Genossenschaft Darlehen und Kapitalbeteiligungen an 550 Mikrofinanzinstitutionen, die Landwirte vor Ort unterstützen. Die Ananasbauern in Benin können auch von ALIDé Kleinkredite bekommen. ALIDé bedeutet in der Landessprache übersetzt so viel wie „Es gibt einen Weg“.

 

 

Solar wird für Anleger wieder interessant

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Interview mit Georg Hetz, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von UDI

Weltweit boomt Solarenergie, es werden Solarparks in großem und kleinem Umfang gebaut. Nur in Deutschland scheint diese Erneuerbare Energie schon seit Jahren auf dem Abstellgleis zu stehen. Stimmt das? 

Georg Hetz: Totgesagte leben länger! Das gilt ganz besonders für Solarenergie. Früher war sie das positive Aushängeschild der Energiewende. Und nun kommt der weltweite Solarboom wieder in Deutschland an. Aber anders als in früheren Jahren...

Wie denn dann, wenn nicht mehr in Solarparks?

Georg Hetz: Solar ist eine der individuell nutzbaren Energien, darüber besteht ja kein Zweifel. Man braucht halt nur sonnenstarke Fläche dafür … Jetzt findet auch ein in den USA bestens funktionierendes Modell hier immer mehr Freunde. Es geht um PV-Anlagen, die auf privaten Dächern in Deutschland montiert werden.

Das gibt es doch schon lange …

Georg Hetz: Eben nicht - der Clou ist: der Hauseigentümer kauft die PV-Anlage nicht, sondern mietet sie. Und zahlt dafür eine monatliche Nutzungsgebühr. Dafür kann er den Solarstrom selbst nutzen, muss also keinen teuren Strom aus dem Netz kaufen. Und nicht selbst verbrauchter Strom fließt ins öffentliche Stromnetz, wofür er die EEG-Vergütung erhält. Braucht er Strom, wenn die PV-Anlage “schläft”, holt er ihn sich aus dem Netz. Das geschieht nachts oder wenn zuwenig Sonne scheint.

Dieses PV-Mietmodell kostet ab 49 Euro im Monat. Inzwischen bieten auch einige Stadtwerke solche Mietmodelle an. Hauseigentümer greifen zu, weil sie sich so auf 20 Jahre weitgehend unabhängig von Strompreiserhöhungen machen. Und sie nicht auf einmal einen großen Einmalbetrag hinlegen müssen …

Das ist ja alles sehr schön. Aber was haben nun nachhaltige Geldanleger davon?

Georg Hetz: UDI ist ja nun seit 1998 am Markt und war Pionier bei grünen Geldanlagen. Also immer auf der Suche nach Ideen, wie "nachhaltig" orientierte Anleger auch von solch Erneuerbaren-Energien-Vorhaben profitieren können. Als wir von dieser Idee hörten, entwickelten wir gemeinsam mit einem Anbieter eines solchen PV-Mietmodells eine Idee: Wenn man die installierten PV-Anlagen zusammenfasst und mit dem Geld der Anleger refinanziert, profitieren zum einen die Anleger, denn sie erhalten mit 4 % bis 6 % p.a. Festzins eine attraktive Verzinsung. Zum anderen gewinnt uach das PV-Unternehmen, das durch frei werdendes Kapital neue und mehr PV-Anlagen installieren lassen kann.

Die Idee der Solar Sprint FESTZINS-Anlage war geboren. Mit einer Laufzeit von 3 Jahren und steigenden Zinsen von 4 % über 5 % auf 6 % im letzten Jahr, plus eine Sonderausstiegsmöglichkeit nach 2 Jahren, fand sie gleich guten Anklang. Die ersten 5 Mio. Euro waren rasch platziert. Mit der nun neu aufgelegten zweiten Tranche können sich Sparer erneut hohe Zinsen sichern. Die Mindestanlage beträgt 5.000 Euro - ein Zeichen, dass diese Festzinsanlage nicht für Kleinsparer geeignet ist. Es ist eine unternehmerische Geldanlage. Deren Basis ist sehr solide, da die Zinsen aus den regelmäßigen Mieteinnahmen gezahlt werden. Und diese sind über eine Mietausfallversicherung der Allianz abgesichert. Zur Sicherheit der Investition wird vor der Installation die Bonität jedes Hauseigentümers (u.a. mittels Schufa-Anfrage) überprüft. Zudem sind die PV-Anlagen gegen Schäden versichert, ebenfalls über die Allianz.

Zum Laufzeitende steigt ein Großinvestor ein und übernimmt die gebündelten Forderungen an die Hauseigentümer. Daraus erfolgt die Rückzahlung der Anlegergelder. Ein Großinvestor ist bereits gefunden, der das Anlagenpaket übernehmen will. 

Mit diesem Festzins-Produkt sind PV-Anlagen nun wieder eine lukrative Geldanlage. Und eine interessante Alternative für Anleger, die für ihr Geld mehr als traurige Bankzinsen möchten. Und das bei überschaubarem Risiko und auf einer soliden Basis.

Sie sprechen gerade das Thema Sicherheit / Risiko an. Gerade nach der Prokon-Insolvenz sind Anleger ja recht skeptisch, was Geldanlagen in Erneuerbare Energien betrifft. Worauf sollte ein Anleger achten - damit er sein Geld auch wirklich gut anlegt …

Georg Hetz: Das klassische 4-Punkte-Programm abprüfen:

  1. Was wissen Sie über den Anbieter? Wie lange ist er am Markt? Wie ist seine bisherige Bilanz, hat er Zinsen und Ausschüttungen pünktlich gezahlt, welche Sicherheiten für die Anlegergelder bestehen?

  2. In was wird investiert? Wie gut ist das Risiko gestreut? Beispiel: die Anlegergelder werden in nur ein großes Solarprojekt wie Desertec investiert - wenn das nicht funktioniert (wie leider die Praxis zeigte), dann haben alle Anleger "verloren". Dagegen die vielen kleinen Solaranlagen in der erwähnten Geldanlage - wenn da eine ausfällt, macht sich das quasi gar nicht bemerkbar.

  3. Ist die "Story" überzeugend? Beispiel: eine Solaranlage ist toll. Eine Solaranlage auf einer Geflügelgroßfarm oder einem Schweinemastbetrieb ist schon nicht mehr so nachhaltig …

  4. Was steht in den zur Verfügung stehenden Unterlagen? Viel heiße Luft, oder konkrete, nachprüfbare Informationen? Gibt es "Kleingedrucktes", "sehr Kleingedrucktes" oder sind Risiken und Chancen offen genannt?

Woher kriege ich als Anleger diese Infos? 

Georg Hetz: Bei einem guten nachhaltigen Finanzdienstleister finden Sie diese Infos schon auf der Website. Ansonsten - vor allem im Beratungssgespräch - penetrant nachfragen. Und ganz einfach immer einmal "googeln". So hätten beispielsweise viele Anleger schon seit Jahren die Warnhinweise etablierter Medien und Experten zu Prokon gelesen - das stand alles offen da.  

Danke für das Gespräch, Herr Hetz.

 

Mit kleinen Beträgen Großes bewirken

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Crowdinvesting, Genussrechte, Nachrangdarlehen & Co.: Was muss ich wissen?

Es gibt Geldanlagen, bei denen schon allein der Klang des Namens Emotionen weckt. Bei Genussrechten sind es kulinarische Untertöne, bei Crowdinvesting schwingt so eine Mischung aus Grassroots-Bewegung und cooler Technologie mit. Verbraucherschützern sind diese Anlageformen ein Dorn im Auge. Zum einen, weil sie nicht von der BaFin kontrolliert werden, d.h. sie müssen in der Regel keinen Bafin-geprüften Verkaufsprospekt vorlegen. Zum anderen, weil bei ihnen das Risiko eines Teil- oder Totalverlusts höher ist als z.B. bei einlagengesicherten Bankprodukten.

Mit den Risiken umgehen lernen

Viele Anleger kennen diese Risiken inzwischen und nehmen sie bewusst in Kauf, weil ihnen die mit ihrem Kapital finanzierten Produkte, Unternehmen oder Entwicklungen wichtig sind. Sie vertrauen dem Gemüsehändler, der ein neues Gewächshaus finanzieren will. Aber sie zeichnen Beträge, deren Verlust sie im Ernstfall nicht in existenzielle Probleme bringt. Die Idee ist ja, dass viele Kunden gemeinsam einen überschaubaren Beitrag investieren, um damit ein Unternehmen mit einem sinnvollen und hoffentlich erfolgreichen Projekt zu finanzieren. Die Masse der Anleger sorgt dafür, dass die Finanzierung zustande kommt und das Risiko sich gleichzeitig auf viele Schultern verteilt.

Crowdinvesting: Ein Prinzip – viele Gesichter

Das Prinzip nennt sich Crowdinvesting und wird meist als Bezeichnung für Online-Plattformen wie Seedmatch oder Econeers verwendet, als Anlageform ist in Deutschland vor allem das partiarische Nachrangdarlehen üblich. Nach dem gleichen Prinzip, wenn auch offline, bieten viele Unternehmen zur Finanzierung Genussrechte und Genossenschaftsanteile an. 

Wir haben im Folgenden die wichtigsten Formen vorgestellt. Wenn Sie Wert auf eine gewisse Sicherheit legen, sollten Sie bei jeder Beteiligung prüfen, wie das jeweilige Investment gestaltet ist. Faire und verantwortungsbewusste Anbieter beantworten Ihre Fragen offen und detailliert.

Checkliste - die wichtigsten Fragen in Punkto Sicherheit:

Welche Informationen werden mir im Verlauf der Investition übermittelt? (z.B. Einblicke in die Leistungsbilanz, Leistungsberichte)

  • Ist mir eine vorzeitige Kündbarkeit wichtig? Ist die Geldanlage vorzeitig kündbar?
  • Ist mir ein Mitspracherecht im Unternehmen wichtig? Sind Mitspracherechte bei dieser Anlageform vorgesehen?
  • Besteht im Fall einer wirtschaftlichen Schieflage eine Nachschusspflicht?
  • Ist mein Geld an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden oder möchte ich dem Unternehmen die Entscheidung überlassen, wie das Kapital eingesetzt wird?
  • Ist es mir wichtig, dass mein Darlehen durch Vermögensgegenstände (z.B. einen Teil der Immobilie, ein Grundstück) gesichert ist? Im Fall einer Insolvenz steigt damit meine Chance, durch den Verkauf des Vermögensgegenstandes einen Teil meines Kapitals zurückzuerhalten.

Wenn Sie höhere Beträge investieren wollen und die Sicherheit Ihnen am Herzen liegt, sollten Sie die Risiken einer Anlage von einer professionellen Beratung prüfen lassen

Einen sehr lesenswerten Beitrag über Crowdinvesting hat kürzlich Dr. Klaus Gabriel vom Investorennetzwerk CRIC veröffentlicht.

 

Wie funktionieren Genussrechte?

Genussrechte haben durch die Insolvenz eines einzigen großen Unternehmens (welches seine Anleger bewusst getäuscht und ausgenutzt hat)  massiv an Vertrauen verloren. Tatsächlich wird diese Form der Unternehmensfinanzierung vielerorts auf vertrauenswürdige und solide Weise eingesetzt. Man findet sie vor allem im Lebensmittelhandel oder in lokalen Erneuerbare-Energien-Projekten. In der Regel verleihen die Anleger dabei einen Geldbetrag für ein bis fünf Jahre und erhalten dafür neben ihrem Anlagebetrag eine Gewinnbeteiligung. Ob eine Beteiligung gezahlt werden kann, hängt jedoch davon ab, ob am Ende des Jahres ein ausreichender Jahresüberschuss vorhanden ist. Steht am Ende eine negative Bilanz, so müssen die Anleger mitunter den Verlust zu einem bestimmten Anteil mittragen. Ein Mitspracherecht wie bei Aktien oder Genossenschaftsanteilen haben sie dabei nicht.

Sie merken es schon: Die Unternehmen sind gegenüber den Investoren von Genussrechten tendenziell im Vorteil. Das muss aber nicht bedeuten, dass ein Unternehmen dieses Ungleichgewicht ausnutzt. Und letztlich haben Genussrechte eine wichtige Funktion für den Geldfluss von regionalen Wirtschaftskreisläufen, weil sie einfach und günstig eingesetzt werden können. So können sich auch Kleinstunternehmen weiterentwickeln, ohne auf einen Bankkredit angewiesen zu sein.

Regionale Investitionen in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in Form von Genussrechten verbinden mehrere Vorteile für den Unternehmer und auch den Verbraucher, neben einer sinnvollen Investition ist das Genussrecht bei einer Naturalienverzinsung wörtlich zu nehmen – ein Recht auf verantwortungsvollen Genuss, der zudem regionale Strukturen stärkt. Darüber hinaus bekommt Geld eine soziale Qualität – es verbindet uns mit dem Landwirt, wir bekommen eine neue Beziehung zur Landwirtschaft und erfahren, dass wir konkret und vor Ort gestalten können.

Petra Wähning von der Genussgemeinschaft Städter und Bauern in München sagt dazu: „Auch die Bafin prüft ja nicht das wirtschaftliche Risiko einer Investition, sondern nur die Einhaltung der Formalien. Das wiederum sagt über das Risiko der Investition, wie auch die Prokon-Pleite zeigt, wenig aus. Investitionen in die Landwirtschaft sind bei Landbesitz kaum ein Risiko. Anders bei Neueinsteigern und Pächtern. Viele der Investoren geht es jedoch darum, sich aktiv mit einer Investition für eine ökologische, bäuerlichen Landwirtschaft stark zu machen. Im Vordergrund steht so mehr die Wirkung, die Beziehung zur Landwirtschaft, der Sinn und nicht zuletzt: der (verantwortungsvolle) Genuss!“

In unserem nächsten Beitrag informieren wir Sie über das partiarische Nachrangdarlehen. 


Das (partiarische) Nachrangdarlehen

Bekannt geworden ist diese Finanzierungsform durch das Crowdinvesting, bei dem viele Kleinanleger über ein Internetportal gemeinsam Projekte oder junge Unternehmen finanzieren. Sie werden aber auch von erfahrenen Unternehmen genutzt, die schon viele Jahre lang Öko-Kraftwerke, ökologische Bauprojekte und andere sinnvolle Projekte fördern.

Ein Darlehen ist meisten Anlegern ein Begriff, weil es dabei einfach um einen Leihvorgang geht: Die Geldgeber überlassen dem Unternehmen einen Festbetrag, den es nach Ablauf der vereinbarten Frist zurückzahlt. Dafür können sie ein Entgelt z.B. in Form eines Zinses verlangen. Wird stattdessen ein Anteil am Gewinn oder Umsatz als Entgelt vereinbart, spricht man von einem partiarischen (partiarisch = gewinnabhängig) Darlehen. Der Zusatz „Nachrang“ bedeutet, dass der Geldgeber im Fall einer Insolvenz erst nach den Forderungen anderer Geldgeber ausbezahlt wird, falls dann noch liquide Mittel vorhanden sind. Diese Bereitschaft wird im Regelfall mit einem höheren Zins als bei einem klassischen Darlehen honoriert. Es besteht kein Mitspracherecht des Anlegers / Darlehensgebers bei Unternehmensentscheidungen.

Nachrangdarlehen gelten unter Fachleuten als „unbesichertes Risikokapital“, d.h. der Anleger erhält für die Überlassung seines Kapitals keine Sicherung durch einen Vermögensgegenstand wie z.B. eine Immobilie oder eine Maschine. Das gilt übrigens auch für Genussrechte und Genussscheine.

Georg Hetz von UDI hat bereits viele Nachrangdarlehen aufgelegt: "Nachrangdarlehen sind nicht per definition gut oder schlecht, es kommt immer auf den Anbieter und den Inhalt an. Stehen solide Sachwerte dahinter, die im besten Fall auch noch verpfändet sind, sind die Unternehmenserträge gut abgesichert und plausibel, kann der Anleger von höheren Zinsen profitieren als bei einer reinen "Geldausleihung" an eine Bank."

 

Investieren in Genossenschaftsanteile

Genossenschaften sind eine beliebte Finanzierungsform für Banken, Landwirtschaft, Handel und in jüngster Zeit auch für Öko-Energie. Die Genossenschaft und die Mitgliedschaft gehören  dabei untrennbar zusammen. Ähnlich wie in einer Aktiengesellschaft besitzen die Mitglieder Mitsprache- und Informationsrechte. Damit unterscheiden sich Genossenschaftsanteile als Finanzierungsform ganz deutlich von Genussrechten und partiarischen Nachrangdarlehen. Neben den Mitgliedern ist der Genossenschaftsverband ein wichtiges Kontrollorgan, der über umfassende Prüfrechte verfügt. 

Genossenschaften sind außerdem deutlich demokratischer und solidarischer gebaut als AGs, zumal sie keine Gewinnmaximierungsabsicht verfolgen dürfen. Das macht sie zu einem stimmigen Vehikel für die Finanzierung nachhaltiger Projekte und Entwicklungen. 

Wer Genossenschaftsanteile zeichnet, erhält in der Regel das Versprechen auf eine jährliche Dividende. Ob und in welcher Höhe diese ausbezahlt wird, das entscheidet die Mitgliederversammlung. Die Kündigungsfrist für Genossenschaftsanteile liegt meist bei einem Jahr. Im Fall einer Insolvenz werden die Ansprüche der Mitglieder nachrangig behandelt. In manchen Fällen kann es auch sein, dass die Satzung eine Nachschusspflicht vorsieht. 

„Genossenschaften bieten ein hohes Maß an Transparenz und Sicherheit. Jedoch kommt es auch hier, wie bei allen anderen Geldanlagen auch, auf die Wahl des richtigen Anbieters an, um mittel- und langfristig seine Ziele zu erreichen und keine bösen Überraschungen zu erleben,“ sagt Thomas Grimm, Fachberater für nachhaltige Investments.

Unsere Reihe Mit kleinen Beträgen Großes bewirken wird ständig erweitert. Wir sind an Ihren Erfahrungen mit diesen Anlageformen interessiert: redaktion@geldmitsinn.de


 

Mariam Dao Gabala - Mikrofinanz-Power für Westafrika

Mitten im Krieg haben Frauen an der Elfenbeinküste ein preisgekröntes Unternehmen aufgebaut - einen modernen Arbeitsplatz mit überdachtem Markt, Bildungs- und Gesundheitszentrum sowie Übernachtungsmöglichkeiten für die Händlerinnen. Zündfunken des Projekts ist die Entwicklungsökonomin Mariam Dao Gabala, die bei der internationalen Genossenschaft Oikocredit Unternehmensfinanzierungen und ein modernes Kreditwesen in Westafrika fördert.

Besonders liegt ihr bei ihrer Arbeit die Unterstützung von Mikrofinanzorganisationen und sozial orientierten Unternehmen am Herzen, die Frauen fördern und zur Entwicklung und Ernährungssicherung in der Region beitragen
Das Projekt Cocovico wurde mit mit einem Darlehen in Höhe von 1,5 Mio Euro finanziert, das die Mitglieder von Oikocredit mit ihren Einlagen ermöglichen - vorübergend, wie Dao Gabala betont: "Das ist keine Spende, sondern ein Investment. Diese Frauen können nicht einmal lesen, aber sie haben ein Darlehen erhalten und das zahlen sie mit ihrer Arbeit zurück, jeden Tag und jede Woche."  

Dao Gabala ist eine wahre Powerfrau, die vor 20 Jahren begonnen hat, die Arbeit von Oikocredit in Westafrika aufzubauen. Sie ist eine inspirierende Stimme aus dem Süden, die die Chancen ihrer Region sieht, wo andere eher Risiken sehen. 

Wir freuen uns, sie am 9. Oktober 2014 in München zu einem Frühstück mit "Geld mit Sinn" und Gästen zu begrüßen.

>> Zur Anmeldung  

Zum Video "Eine Markthalle für Abidjan" mit Mariam Dao Gabala geht es hier.

Hintergrundinformationen zum Wirtschaftsraum Westafrika (PDF zum Download)

 

In Aktien investieren, und zwar enkeltauglich

Foto: cifotart, Fotolia
© Cifotart / Fotolia

„Geld mit Sinn“ hat kürzlich einen Anlegertreff veranstaltet, bei dem über Aktien mit ethisch-ökologischer Wirkung diskutiert wurde. Die Redaktion sprach mit Anlegerin Gisela Kaiser, die an der Veranstaltung mitwirkte. 

Mit welcher Einstellung bist Du an das Thema Aktien herangegangen? 
Erstmal hatte ich ganz große Neugierde, denn eigentlich bin ich Aktien gegenüber sehr aufgeschlossen. Allerdings nur bei guter kontinuierlicher Betreuung, d.h. mit einem (von Provisionen) unabhängigen Berater. Der ist in meinen Augen beim Thema Nachhaltigkeit noch wichtiger als sonst.

Was war die wichtigste Erkenntnis, die Du im Lauf des Abends gewonnen hast? 
Dass man Nachhaltigkeit in Bezug auf Aktienunternehmen weiter fassen kann und muss, als gemeinhin üblich, und das heißt: auch Unternehmen zu unterstützen, die erst damit beginnen, ökologische und ethische Standards in ihr Wirtschaften einzubeziehen. Ansonsten scheint die Beurteilung von einzelnen Aktien für den Laien wirklich sehr kompliziert. Ich würde deshalb durchaus auch das Bauchgefühl mit berücksichtigen: Welche technischen oder dienstleistungsbezogenen Entwicklungen gefallen mir an dem Unternehmen besonders gut, wobei habe ich ein gutes Gefühl? 

Was sind in Deinen Augen die wichtigsten Vorteile von Aktieninvestments, was die Nachteile? 
Ein Vorteil sind ganz klar höhere Erträge. Mir persönlich gefallen am besten Dividenden-Aktien. Ein Nachteil ist der lange Anlagehorizont, da bin ich schon an der Grenze, was die Altersvorsorge anbelangt. Ständig den Markt beobachten und auf der Hut sein, daran muss man auch Spaß haben.

Der Abend hat gezeigt, dass Investments in Einzelaktien für die meisten Anleger mit zuviel Suchaufwand verbunden sind. Wie stehst Du zu anderen Möglichkeiten, in Aktien zu investieren? 
Ich würde in nachhaltige ETFs investieren. Da die Erträge bislang aber eher bescheiden sind, nur mir kleinen Summen.

Unser Referent hat deutlich gemacht, dass das Investieren in Aktien (und in Aktienfonds, die ja an die Entwicklung der Aktienkurse gekoppelt sind) mit starken Verlusten verbunden sein kann - aber eben auch mit großen Chancen. 
Deshalb ist eine professionelle Betreuung sehr wichtig!

In Deutschland wird sehr wenig in Aktien investiert, enorm große Geldmengen liegen dagegen auf sicheren, aber auch schlecht verzinsten Sparkonten. Warum sehen manche Menschen mit nachhaltigem Bewusstsein das kritisch?Die Banken arbeiten ja mit diesem Geld und haben darin freie Hand! Daher plädiere ich schon für mehr Mut, auch in riskantere Anlagen zu investieren, wenn die eigene Finanzlage das erlaubt, also in Aktien, Fonds und unternehmerische Beteiligungen. Zumindest entscheide ich dann mit, wofür mein Geld verwendet wird.

Es gibt Banken, bei denen auch das sicher angelegte Sparvermögen der Kunden nachhaltig angelegt wird, d.h. es wird in Form von Krediten an nachhaltige Unternehmen, Kindergärten, soziale Einrichtungen etc. verliehen. Wie stehst Du zu dieser Anlagemöglichkeit? 
Solche Banken zu unterstützen finde ich überaus sinnvoll und in diesem Fall unterscheiden sie sich eh nicht mehr von den bekannten großen Banken bei der Rendite, die ist so oder so minimal. Aber wenigstens ist mein Geld dann nicht nur konventionell sicher angelegt, sondern fließt auch noch in Nachhaltigkeit!

Ein Gedanke zum Schluss? 
Ich finde es elementar wichtig, dass finanzwirtschaftliches Grundwissen in die Allgemeinbildung (Schulbildung) Eingang findet, damit wir nicht weiterhin finanzielle Analphabeten bleiben.

Gisela Kaiser ist Mitglied bei "Geld mit Sinn!" und systemische Orientierungsberaterin.  

 

Qualitätssiegel für nachhaltiges Geldanlegen?

Nachhaltige Geldanlagen sind gut für das Gewissen, oft auch gut für den Geldbeutel. Das Angebot „grüner“ Finanzprodukte ist durchaus vielfältig, unter „Nachhaltigkeit“ lasse sich alles verkaufen, sagen Banker. Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW boten Anfang 2014 68 Prozent der 340 befragten Kreditinstitute nachhaltige Geldanlagen an.

Doch das Angebot nimmt ab: 2012 waren es 72 Prozent aller Kreditinstitute, 2011 fast einhundert Prozent. Denn die Nachfrage ist rückläufig. Liegt das daran, dass das schlechte Gewissen kleiner wird und/oder die nachhaltigen Renditen abnehmen? Oder trifft es eher zu, dass angesichts des unüberblickbaren Angebots große Verunsicherung darüber herrscht, was „nachhaltig“ wirklich meint. „Gewinnmaximierung“ jedenfalls sollte es nicht sein.

Oft wird Etikettenschwindel betrieben: Da wird etwa ein „Nachhaltigkeitsfonds“ mit einem Solarpark angeboten, in dem aber auch Unternehmens-Aktien enthalten sind, die zu „maximal“ 5 Prozent in Atomkraftwerke investieren; in neun von zehn „Öko-Fonds“ finden sich – direkt oder versteckt – Rüstungsunternehmen. Vorrang – so scheint es – haben Unternehmen mit einer gut geschmierten Corporate-Social-Responsibility-(CSR-)Abteilung.

Zwar gibt es diverse Rating-Institute, Anlage-Checks und Qualitäts-Logos, die sichere, faire, ökologisch und (global) sozial vertretbare Geldanlagen versprechen; die Ergebnisse unterscheiden sich beliebig. Doch ein einheitliches, allseits anerkanntes Qualitätssiegel, auf das ein „Normal-Kunde“ sich verlassen könnte, existiert nicht. Auch UN PRI („Prinzipien für ein verantwortungsvolles Investment“ der Vereinten Nationen) oder ESG-Kriterien (Environment, Social, good Governance) helfen nicht weiter.

Höchste Zeit, ein glaubwürdiges Gütesiegel zu definieren, nach dem wenigstens Mindestkriterien nachhaltigen Investierens erfüllt sein müssen, um als „Nachhaltige Geldanlage“ anerkannt zu sein. Schon lange arbeiten Beteiligte verschiedenster Gruppen an solchen Kriterien, Vertreter aus Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltungen, Ratingagenturen, Investmentgesellschaften, Kirchen, Nicht-Regierungsorganisationen: Erste Konzepte stehen. Jetzt hat  das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), der 2011 gegründete Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen,  eine Ausschreibung gestartet, um die Umsetzungsphase zu beginnen. Ziel ist, einen Zertifizierungs- und Überwachungsprozess zu organisieren und schließlich ein Gütesiegel zu verleihen.

Autor: Helmut Paschlau, Die Umwelt-Akademie e.V. 

Am 15. Juli 2014 veranstaltet Die Umwelt-Akademie e.V. einen Vortragsabend zum Thema. Referentin ist Sabine Pex, Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG), Mitglied des Vorstands, Koordinatorin der Arbeitsgruppe Öko-Label

Anmeldung und Details beim Veranstalter unter Umwelt-Akademie e.V. 

Online Banking „mit Sinn“ – wie geht das?

Sicherheit ist eine der meist diskutierten Fragen, wenn es um die Nutzung von Online Banking geht. Aber wie steht es um die Nachhaltigkeit? Können wir Online Banking so gestalten, dass es zum ethisch-ökologischen Sparen, Ausgeben und Anlegen anregt? Und wie genau könnte „Online Banking mit Sinn“ aussehen? Da viele Banken gerade daran arbeiten, ihr Online Banking kundenfreundlicher und nützlicher zu machen,bringen wir dieses wichtige Thema gerne in die Online Banking Diskussion ein.  
 

Teil 1: Von der Verwaltung zur Gestaltung

Für mich als Anlegerin "mit Sinn" besteht kein Zweifel: Online Banking kann auf vielfältige Weise zu einem ökologischen und sozialen Mehrwert beitragen. Ich möchte mich hier mit den meiner Meinung nach wichtigsten zwei Einflussbereichen befassen: Dem persönliche (Finanz)leben der Anlegerinnen und Anleger und der Welt, die sie durch einen bewussten Umgang mit Geld verändern möchten. 

Zum Thema „Persönliches Finanzleben“ fallen mir spontan eine ganze Reihe von Verbesserungen ein. Besonders sinnvoll wäre es, wenn ich mit meinem Online Konto nicht nur verwalten, sondern auch gestalten kann. Nachhaltig orientierte Banken verbreiten ja seit Jahren die faszinierende Idee, dass Geld ein soziales Gestaltungsmittel ist. Das sollte auch dort gelten, wo die meisten Finanzentscheidungen heute ausgeführt werden: im Online Banking-Portal.

Was aber heißt "Gestalten" beim Online Banking? Die meisten von uns können online lediglich sehen, was ihr Geld gerade macht und wo es vorher war. Sinnvoll wäre hier eine Funktion, mit der ich auch meine persönliche oder berufliche Zukunft gestalten kann: Zum Beispiel ein Spartopf für die nächste Weiterbildung, die ich zusammen besuchen möchte. Einer für das neue Fahrrad, dass ich meiner Nichte zum 10. Geburtstag schenken möchte. Einer für das neue Fairphone, das ich mir gerne nächstes Jahr kaufen möchte etc. Außerdem sollte meine smarte, grüne Planungshilfe es mir erleichtern, Wünsche und Ziele mit meinen finanziellen Möglichkeiten abzugleichen. 

Sie merken schon: Mir persönlich ist ein nachhaltiger Lebenstil relativ wichtig, beruflich wie privat. Aber was ist mit all den Verbrauchern, die sich gerade erst auf den Weg machen? Wäre es nicht hilfreich, wenn diese Kunden beim Online Banking in ihrem nachhaltigen Lebensstil bestärkt würden? Es muss ja nicht das übliche 100-Euro Cash-Angebot sein. Denkbar wäre auch ein Gutschein bei einem Fairtrade-Schokoladenhersteller, mit dem die Kunden beim Erreichen ihrer ethisch-ökologisch sinnvollen Sparziele oder Anschaffungen bedacht werden. Wenn der Schokoladenhersteller ebenfalls Kunde bei der betreffenden Bank wäre, würde er auf diese Weise viele neue Fans gewinnen. Und wir Anleger und Anlegerinnen würde unseren Freunden von der Bank erzählen, die auf solche guten Ideen kommt.

Wer sich für die Diskussion rund ums neue Online Banking interessiert, erfährt auf diesen beiden Veranstaltungen mehr:

Eine neue Welle von Innovationen bei Finanzdienstleistern, 13. CIBI Innovationstag, 20. März 2014, von IBI research  

Finanzdienstleister der nächsten Generation: Die neue digitale Macht der Kunden, 6. Mai 2014, von der Frankfurt School of Finance 

 

Der Fall PROKON: Wie können wir uns vor unseriösen Anbietern schützen?

Seit der Windparkbetreiber Prokon aus Itzehoe seinen Anlegern mit Insolvenz gedroht hat, nehmen die Diskussionen kein Ende. Wie konnten so viele Anleger und Anlegerinnen getäuscht werden - von einem Unternehmen, das sich als "ökologisch nachhaltig" ausgab? 

Fakt ist: Seit vielen Jahren kritisieren Verbraucherschützer, Anlageberater und Medien die unseriösen Geschäftspraktiken von Prokon, angefangen von dem enorm hohen Marketingausgaben bis zu den kurzfristigen Ausschüttungen, die im Widerspruch zu den hohen Renditen stehen. Vor allem waren es Branchenverbände wie das Forum Nachhaltige Geldanlagen sowie Berater und Bildungseinrichtungen der nachhaltigen Finanzbranche, die vor Prokon warnten. Bis in die Ausbildungsstätten hinein wurde das Unternehmen als ein Paradebeispiel für "Green Washing" und unseriöses Geschäftsverhalten diskutiert.  

Auch im Netzwerk von "Geld mit Sinn" sprechen wir häufig über Unternehmen, die Nachhaltigkeit als ein Feigenblatt für unsolide Praktiken missbrauchen. Die Frage "Wie kann ich wirklich nachhaltige von nicht-nachhaltigen Unternehmen unterscheiden?" war bisher ständiges Thema von Vorträgen und Diskussionsabenden. Unser Arbeitskreis Finanzbildung entwickelt deshalb eine Checkliste zu diesem Thema, damit Anleger und Anlegerinnen die Nachhaltigkeit von Investments schneller einschätzen können. Dabei muss Anlegern bewusst sein, dass auch Checklisten nur ein Hilfsmittel zur ersten Orientierung sind. Wenn ich mich wirklich für ein Investment interessiere, komme ich nicht umhin, Prospekte und Medienberichte zu lesen und mich eigenständig zu informieren. 

Kurz, die persönliche Finanzbildung ist immer noch der beste Schutz vor unseriösen Geldanlagen und teuren Anlagefehlern."Finanzbildung": Das klingt vielleicht nach einem hoch gesteckten Ziel. Tatsächlich geht es um eine gesunde Mischung aus Grundwissen, Neugier und Bauchgefühl. Diese zu erreichen ist keine Herkulesaufgabe.

Im Gegenteil: Wer sich in Finanzfragen weiterbildet, wird auf Erfolgserlebnisse nicht lange warten. Vor allem, wenn man sich mit anderen "Sinn-vestoren" austauscht und gemeinsam auf Entdeckungsreise geht. Alternativ kann ich zu einer Fachberatung gehen, die sich mit nachhaltigen Investments auskennt und mich auf meinem Anlegerweg unterstützt. In unserem Netzwerk finden Anleger Finanzberater und -beraterinnen, die auf diesem Gebiet speziell ausgebildet sind. 

Aber auch hier gilt: Je mehr ich selber weiß, desto mehr bekomme ich aus einer Beratung heraus. Das gilt für den Arztbesuch ebenso wie für den Kauf eines neuen Fernsehers. Natürlich gibt es auch dort unseriöse Anbieter. Aber die Gefahr, ihnen auf den Leim zu gehen, ist bei informierten Kunden einfach geringer. Darum lassen Sie sich von den Prokons dieser Welt nicht entmutigen und bringen Sie Ihre Finanzbildung auf Trab! Heute ist der beste Tag, um anzufangen. 

Autorin: Birte Pampel

 

Geld, Buy-out & Burn-out

In der Art und Weise wie wir eine Art ‚Buy-out‘-Mentalität leben, braucht das zunehmende Ausmaß an ‚Burn-out‘ nicht zu wundern. 

Womöglich ist es also ein sehr gesunder ‚Anteil‘, der mit Vorwarnungen, Warnschildern und Signallampen darauf aufmerksam machen will: so nicht! Sensibel und resistent zeigt er an, wenn eigene Grenzen überschritten sind, an sich selbst vorbeigelebt wird, die eigene Ethik oder Wertvorstellungen einfach über Bord geworfen wurden. Ignorieren bringt keine Lösung.

Weder beim finanziellen Haushalt, also im eigenen Verhalten mit Geld, bei Konflikten, Erbstreitigkeiten, Schulden, noch bei unserem Gesundheits-Haushalt. Wenn Anforderungen ständig steigen, steigt der Druck. Wertvoller Raum für SINN im Berufsleben und Lebensalltag geht verloren. Und neben dem Sinn auch die SINNLICHKEIT, d.h. das sensible Erleben mit allen Sinnen.

Menschlichkeit
So etwas wie ‚Seele‘ wird erfolgreich wegrationalisiert im Geschäftsleben, wie in den billigen Einkaufslandschaften.
Gut bezahlte Arbeitsplätze fallen weg, doch der Druck nach ‚billig‘ steigt ungebrochen weiter. Dennoch glauben wir zu gewinnen, während wir uns mit Einsparungen befriedigen.
•    Wie wertvoll fühlt er sich wirklich an, der ‚billigste Preis‘?
•    Was empfinden wir in lagerhallenartigen Discountern, zwischen gestressten Menschen,
  die immer schneller einladen und ausladen, aufstapeln und abräumen?
•    Lassen wir uns berühren und beruhigen von Düften frischer Blumen, Kräuter und Gewürze?
•    Oder durch den Anblick von frischem, schön dargebotenen Obst und Gemüse?
•    Oder von die Menschen, die lieben und schätzen, was sie tun und leisten?
Die reichsten Deutschen sind nicht Luxusanbieter oder traditionsreiche Markenunternehmen, sondern die Billigsten unter den Billigen: Aldi führt die Liste der reichsten Deutschen an. Das ist auch fair, denn wir tragen unser Geld dorthin. Doch die Schere klafft mit den reichen Billig-Discountern weiter auf, während sich der Geldmangel konsequent weiter auf eine zunehmend breite Masse verteilt.

Buy-out
Wie beim Burn-out brennen wir finanziell und emotional aus, durch unsere Art sinnlos billigst zu konsumieren. Mit überflüssigen Informationen, Angeboten, Recherchen, Befriedigung von Jagd- und Sammeltrieben, stressen wir uns verbilligt weiter - ohne Klarheit und Wertbewusstsein.

Wie wertbewusst handelst Du mit jedem Euro in Deinem täglichen Umgang mit Geld?

Und wie Sieht das aus in der Geldanlage?

•    Was ist Dir wichtig bei Deiner Geldanlage?
•    Was würdest Du gerne mit Deinem Geld fördern und unterstützen?
•    Was soll Dein Geld bewirken, während es wächst?
•    Wie genau gewinnt Dein Geld für Dich wirklich an ‚Sinn‘?

Wenn Du Lust hast, Deine Ideen oder Antworten mit uns zu teilen: wir freuen uns darauf!

Beitrag ©Nicole Rupp

 

Im Gespräch mit Anlegern und Anlegerinnen

Menschen erwirtschaften, erben, gewinnen und horten Geld, sie schämen oder freuen sich über finanziellen Reichtum, sie „verzocken“ und verjubeln ihr Vermögen oder tragen es behutsam von einer Generation in die nächste. Auf diesen Seiten finden Sie demnächst Geschichten von Anlegerinnen und Anlegern aus allen Lebenssituationen, aus deren Einsichten und Fehlern wir lernen dürfen.

Erfahrungsberichte nehmen wir unter redaktion@geldmitsinn.de entgegen.